Der Tagesablauf auf der Niederalm/ Scheim weicht etwas von dem Tagesablauf auf der Hochalm/ Zehnkaser ab:
Der Tag beginnt je nachdem ob Butter gemacht wird oder nicht um 4.30 Uhr oder 5 Uhr, da alle Tiere über Nacht in der Kiahhütten sind und frühst möglich auf die Alm sollen/ 5.30 Uhr oder 6 Uhr, weil die Kühe von selbst nicht kommen, muss ich warten bis sie wach werden, damit ich mich an Almrauschs Glocke orientieren kann, um alle zu finden.

Direkt nach dem Aufstehen gehe ich in die Kiahhütten zum melken der drei Kühe. Im Anschluss daran werden alle 15 Tiere einzeln ausgelassen./Sobald wir angezogen sind bzw. Butter gemacht haben, suchen wir meist gemeinsam die Kühe. Dori tut der morgendliche Spaziergang gut und mir ist es egal ob wir eine halbe Stunde früher oder später zu melken beginnen. Bei der täglichen Suche erzählt Dori Geschichten oder erklärt mir Wege und Pflanzen, während ich auf die Kuhglocken höre und sage woher ich sie höre. Sobald wir die Kühe gefunden und einzeln abgeholt haben (kann sein, dass sie mich besser erzogen haben, als ich sie), gehen sie vor und zeigen uns den einfachsten Weg zurück zum Kaser.

Meist trotten die Kaibei auch mit. In der Kiahhütten angekommen, wird gemolken und die Tiere kommen nachdem die Kaibei etwas abgerahmte Milch bekommen haben wieder raus. Während Dori die Milch durch die Zentrifuge dreht und sie dadurch den Rahm aus der Milch rührt, mache ich die Kiahhütten sauber. Danach frühstücken wir erstmal gemeinsam.
Bis Mittag, mache ich meist Käse. Der Schüsselkäse, geling mir am Anfang nicht so gut. Doch Dori (der Fuchs) verkaufte ihn einfach als neue Kreation und meinte es sei Frischkäse, was so gesehen auch nicht gelogen war. Der Frischkäse war sehr beliebt, aber inzwischen bin ich glücklich Schüsselkäse anbieten zu können, der laut den Gästen so gut ist wie immer.
Mittags wollen die Kühe rein, da sie auf der Niederalm kaum Schutz vor der Sonne, den Fliegen und den Bremern haben. Alle 15 machen nun in der Kiahhütten Mittagspause. Um halb vier melke ich erneut und lasse wie schon am Morgen alle nacheinander aus.
Da die Kühe von selbst nicht kommen, hole ich sie gegen halb vier in die Kiahhütten. Jetzt machen sie eine kurze Nachmittagspause und die Kaibei kommen auch meistens von selbst mit. Gegen halb fünf/fünf fange wir zu melken an. Dori übernimmt hier auch eine Kuh, da es nicht so eng und dadurch weniger gefährlich, wie in der Scheim ist. Nach dem melken dreht Dori die Milch durch die Zentrifuge und die Kaibei bzw. Kranzei und Blemei bekommen etwas abgerahmte Milch. Lotte schmeckt keine Milch mehr. Danach lasse ich alle raus und putze die Kiahhütten.

Während Dori das Milch Geschirr abwäscht, koche ich für uns.
Gegen halb acht werden alle Tiere wieder eingetrieben, was sich hier leichter anhört wie getan. Tatsächlich ist das die Zeit die ich am Tag am wenigsten mag, weil die Kühe alle machen was sie wollen und teilweise von sehr weit oben runtergeholt werden müssen. In der engen Scheim fällt dass einhängen dann auch meist sehr schwer, weil die Kühe ihre „Sitzordnung“ nicht alle so toll finden. Dräse will eigentlich neben Liabei stehen, Liabei auf keinen Fall neben Muggie, Gamsei hat Angst vor Sternei, Glückei will nicht neben Almrausch und Siberl hat Angst vor Glückei.

Danach gehe ich oft noch eine Runde spazieren oder wir ratschen, schreiben, lesen, hören Radio, spielen...Oder wir gehen ins Stöhrhaus.
Oft geht es dann noch mit der Dämmerung ins Bett, bevor der Tagesablauf von vorne beginnt.