Vor zwei Tagen war ich Zuhause. Durch die Ausbildung zur systematischen Beraterin, hatte ich bis jetzt, während meiner Almzeit immer ein paar Taltage.

Dieses Mal war ich zum einen total traurig nicht bei der Bergmesse dabei sein zu können und zum anderen sehr froh dem Wetter zu entkommen. Die letzten zwei Wochen hat es nämlich bis auf einzelne Tage hauptsächlich geregnet und es war auch richtig kalt, im Stöhrhaus hat es sogar geschneit. Dori und ich bekommen die Zeit mit ratschen, lesen, schlafen, aufräumen, spielen und Sodoku ganz gut rum. Die Tage sind jedoch trotzdem sehr lange, um so mehr freue ich mich immer über Besuch. Da nicht viele Leute am Weg sind, bekommen wir immer wieder Besuch aus dem Stöhrhaus. Erst gestern sind drei Mitarbeiter des Stöhrhauses mit italienischer Musik und einer Pizza im Rucksack zu uns gekommen, das war definitiv eins der Highlights der letzten Wochen und wird mir immer in Erinnerung bleiben, genau wie der Vorabend der Bergmesse.

Dank der Sennerin des letzten Jahres, die vor zwei Wochen zu Besuch war, bin ich nicht schon Freitags runter gegangen, um am Samstag pünktlich in Augsburg zu sein. Ich ging ihrer Empfehlung nach und bin stattdessen am Samstag morgen „obe“ gegangen…beste Entscheidung. Als ich am Freitag aus der Kiahhütten kam saßen schon die ersten mit Bier in unserem Kaser, irgendwann war der Kaser mit rund 20 Leuten voll und jeder ratschte mit jedem und dazu gab es Schnaps, Bier und Radler. Als es noch hell war gingen wir zum nächsten Kaser, hier wurden uns zu den Getränken sogar Kasnocken gereicht. Nachdem die Pfannen leer waren ging es weiter zum nächsten und letzten Kaser. Dort wurden wir mit Musik und Chips begrüßt…ich genoss den Abend sehr, denn alle Leute waren wahnsinnig nett und entspannt. Gott sei Dank stellte ich mir in weiser Voraussicht den Wecker auf Mitternacht und verabschiedete mich, ganz unüblich für mich, als erstes.

Nicht so schön hingegen war, dass sich Sternei vergiftet und Almrausch sich einen Tag später den Knöchel verletzt hat. Doch dank eines super Tierarztes, der sogar hoch lief wurde Sternei gesund gespritzt und Almrausch ging durch Anikawikel, Heilerdewikel, Franzbrandwein und unseren besonderen pflege auch schon zwei Tage später wieder wie gewohnt ihre km. Bei Almrausch wäre mir ein längerer Heilungsprozess, im Nachhinein jedoch lieber gewesen, denn in den beiden Tagen waren die Kühe morgens und abends zum Melken immer in der Nähe.

Zusammengefasst, ist der vergangenen Monat gegen Ende nicht mehr verflogen wie anfangs. Dennoch rennt die Zeit und ich freue mich sehr auf die letzten fünf Wochen und kann nicht fassen, dass der Traum dann gelebt ist.